Demo

Wir haben am Samstag, 21. Juni 2008 von 15-17:00 Uhr auf dem Münsterplatz Ulm demonstriert und sind durch Ulm marschiert. Nach Angaben des Ulmer Ordnungsamtes geht man in Ulm von einer erfolgreichen Demonstration aus, wenn mindestens 200 Personen demonstrieren- diese Zahl haben wir weit überschritten! (Nach Zählungen ca. 400 Personen).

Demo

Klicken Sie rechts in der Linkliste unter “Demo auf Donau 3 FM” rein, um sich Bilder von der Demo anzuschauen!

Mit der Musik der Dixieband “Extra-hotch-potch” begann das Programm.

Zuerst stellte sich Frauke Meyer als Initiatorin von “Eltern für Lufitkuss” und als Veranstalterin der Demonstration zur Rettung der Ulmer Spielschachtel vor.  Sie führte durch das zweistündige Programm.

Die Kinder des Kinderzirkus “Pepperoni Pfefferkorn” von der Ulmer Spielschachtel kamen danach verkleidet auf die Bühne, stellten sich vor und machten ganz unmißverständlich deutlich, wie gerne sie Theater spielen und dass sie gerne weitermachen würden, wenn sie diesen Wunsch frei hätten.

Nachdem die Stellungnahme vom Oberbürgermeister Ivo Gönner verlesen wurde, der nicht gekommen war, kamen dann Christoph Geigenberger als Leiter und Gründer der Ulmer Spielschachtel und Frau Verena Potell zu Wort, die die Organisation und die Buchhaltung der Spielschachtel macht. Herr Geigenberger erklärte den Demonstranten wie sehr er sich in den letzten 22 Jahren bemüht hat, der Stadt Ulm und ihren Kindern mit dem Programm der Ulmer Spielschachtel eine familiengerechte und außergewöhnliche Freizeitgestaltung zu bieten.

Herr Geigenberger teilte den Demonstraten mit, dass der Ulmer Stadtrat über das zwangläufige AUS des Luftikuss informiert war und billigend in Kauf nahm, bevor er die Entscheidung zur Mittelkürzung der Spielschachtel traf. Jetzt erst, da die Mitglieder des Stadtrates merken, wie sehr den Eltern und Kindern der Lufitkuss am Herzen liegt, behaupten sie, dass es niemals den Plan gab, den Luftikuss zu gefährden. Immer wieder trennten aber die Politiker den Luftikuss von der Spielschachtel, das sei aber nicht möglich: Luftikuss ist quasi die Sommerbühne der Spielschachtel mit angeschlossener Spielmöglichkeit und finanziell allein schon wegen der Mitarbeiter als Einheit zu betrachten. Luftikuss wurde von der Spielschachtel konzeptioniert und erfolgreich auf die Beine gestellt. Dass die Stadt jetzt einfach jemand anderen diese Spielschachtelerfindung per Ausschreibung übertragen will, trifft Herrn Geigenberger sehr.

Frau Potell verdeutlichte, dass die Ulmer Spielschachtel mit ihren Anträgen um finanzielle Unterstützung keine überzogenen Forderungen gestellt hat: Ein Kinder- und Jugendtheater in Stuttgart mit den gleichen Besucherzahen, wie die Ulmer Spielschachtel, erhält zum Beispiel von ihrer Stadt ca. 1.200.000 Euro Zuschuss jährlich. Auch andere Kindertheater in süddeutschen Städten bekommen deutlich mehr Geld, als die Ulmer Spielschachtel, obwohl diese sogar teilweise viel weniger Besucher vorweisen können. Die Ulmer Spielschachtel hat 135.000 Euro beantragt und buchhalterisch nachgewiesen, das Geld auch zu benötigen um das bisherige Angebot aufrecht erhalten zu können. Wie wir alle wissen gab es dieses Jahr 80.000 Euro für die Spielschachtel; d.h: dieses Jahr fehlen 55.000 Euro in der Kasse.

Frau Potell erklärte, dass der Luftikuss jährlich immer schon ab Januar geplant und vorbereitet werden muss. Das gesamte Team der Spielschachtel ist dafür vonnöten. Dieses Jahr wurde Luftikuss trotz des geringeren Budgets noch im normalen Umfang ausgerichtet, dabei hat die Spielschachtel es allerdings komplett eingesetzt. Jetzt müssen 4 von 7 festangestellten Mitarbeitern wegen der Mittelkürzungen entlassen werden, was große Theaterproduktionen im Winter unmöglich macht- das heißt: Einnahmen fehlen: Der Spielschachtel ist es deswegen auch unmöglich, Luftikuss in der Form auszurichten, wie wir Eltern es mit unseren Kindern schätzen, auch wenn sie es gerne täte.

Außerdem wieß Frau Potell den Vorwurf als üble Nachrede zurück, städtische Gelder für den Bau des Marionettentheaters veruntreut zu haben. Diese Einrichtung der Spielschachtel ist durch Spendengelder, Warenspenden und durch die ehrenamtliche Mithilfe der Mitarbeiter realisiert worden.

Der Marsch durch die Innenstadt

Der Marsch durch die Innenstadt

Mit folgender Route maschierte der lange Zug der Demonstranten danach durch die Stadt: Vom Münsterplatz aus über die Hirschstrasse am Brunnen in der Glöcklerstrasse vorbei, entlang der Blau in Richtung Weinhof. An der Bibliothek vorbei zum Rathausplatz- über die Neue Mitte wieder zurück zum Münsterplatz, wo schon der Zauberer “Magic Leinad” auf die Kinder wartete.

Nach der Zaubereinlage versprach Frau Kulturbürgermeisterin Mayer-Dölle den anwesenden Kindern, dass es den Luftikuss nächstes Jahr auf jeden Fall auch geben werde- wenn nötig unter anderem Namen, mit anderem Spielgerät und auch mit einer anderen Leitung- aber trotzdem. Auf die Frage, wer denn die Anwärter für die Leitung dieser Kinderaktion wären, gab sie keine konkrete Antwort. Sie trennte weiterhin die Spielschachtel kategorisch vom Luftikuss, und sah nicht, warum Herr Geigenberger nicht in der Lage sei, alles trotz Mittelkürzungen in gewohnter Form weiter zu machen. Es entstand der Eindruck, dass es nicht in ihrem Sinne war, eine schon vorhandene stetig gewachsene und erfolgreiche Familienveranstaltung zu erhalten, sondern dass Sie öffentliches Geld lieber in etwas Neues stecken würde.

Zum Schluß gab es eine helftige Diskussion auf der Bühne, an der Frau Schanz von der SPD, Herr Bühler von der FWG und Dr. Thomas Kienle von der CDU teilnahmen. Hier konnte man sehr deutlich erkennen, wie verhärtet die Fronten im Stadtrat sind. Frau Schanz und Herr Bühler vertraten weitesgehend die Ansichten von Frau Mayer-Dölle. Herr Kienle versprach dagegen, sich um einen Nachtragshaushalt im Ulmer Stadtrat zu bemühen, um die Ulmer Spielschachtel vor dem drohenden Aus zu retten. Er trennt den Luftikuss nicht von der Spielschachtel, so wie es viele seiner Kollegen leider tun. Er sieht wie die Eltern die Gefahr, dass Ulm ein Stück Heimat verloren ginge, wenn die Spielschachtel zugrunde geht.

Im Gespräch mit Dr. Thomas Kienle, CDU

Im Gespräch mit Dr. Thomas Kienle, CDU

Frau Mayer-Dölle, Herr Bühler und Frau Schanz wurden von den anwesenden Eltern teilweise heftig kritisiert. Es gab viele Zwischenrufe, Pfiffe und Unterbrechungen. Auch noch lange nach der Veranstaltung nutzten viele Eltern die Gelegenheit, persönlich mit den Politikern zu diskutieren. Man konnte deutlich wahrnehmen, dass der Gesprächsbedarf hier noch lange nicht gestillt ist. Wir sind mit unserer Kampange demnach noch nicht fertig. Informieren Sie sich über weitere Aktionen auf dieser Internetseite! Wir danken allen Helfern, die diese Demonstration erst möglich gemacht haben!

Folgende Aktionen fanden statt:

-Ausbreiten des  Transparentes “Rettet die Spielschachtel” am Schwörmontag auf den Weinhof in Ulm aus, als der Oberbürgermeister seine Schwörrede hielt.

-Sammeln von ca 3500 Unterschriften, mit der wir den Ulmer Stadtrat dazu aufforderten, die Kürzungen der finanziellen Förderung der Ulmer Spielschachtel rückgängig zu machen.

-Insgesamt haben wir 15.000 Protestpostkarten drucken und verteilen lassen, die an den Oberbürgermeister Ivo Gönner adressiert waren. Tausende haben sich dort gestapelt!

Folgendes Logo kann hier heruntergeladen werden:



8 Antworten zu Demo

  1. Ela sagt:

    gibt es schon neues ?
    ich wohne direkt an der au und meine kinder und ich warten sehnsüchtig auf das luftikus.
    leider kann ich ihnen nicht sagen : jungs, in xx tagen fängt das luftikus an :-(

  2. Olaf Eberhardt sagt:

    Wir,
    Luis, Pia, und Ich sind jedes Jahr froh wenn es mit dem Luftikuss losgeht. Trotz einer Anreise von 40km machen wir uns das mindestens an 2 Wochenenden zur Pflicht.

    Luis als begeisteter Kisten Roller und Pia beim malen und basteln.
    Für uns ist es nahezu unvorstellbar das genau die Institution, die jährlich hunderte von Familien nach Ulm zieht, vom aussterben bedroht ist.

    Ich möchte garnicht wissen wieviele Jahrhunderte die Ulmer Spielschachtel gesichert wäre, wenn das den Münster Platz verschandelnde jedes Photo verunstaltende Stadthaus nicht gebaut worden wäre. Aber das nur am Rande.

    Bitte spart irgend wo anders und nehmt den Kindern nicht den letzten Raum für Phantasie und Bewegung abseits von Nintendo.
    Lasst den Eltern ein Ausflugsziel das auch den Kindern spass macht.
    Bitte, bitte spart wo anders.

    Luis, Pia mit Papa Olaf

  3. Andrea Walter sagt:

    Wenn man von auswärts nach Ulm kommt und zum ersten Mal den Luftikuss streift, glaubt man, in der eigenen Kindheit gelandet zu sein. Kettenkarussel, Rutsche, Entenrennen, Schiffsschaukel. Keine Öffnungszeiten, keine Eintrittspreise. Der Luftikuss steht einfach da, bleibt, wird bespielt von Kindern und einem Theaterprogramm und verschwindet wieder. Meistens ist das Wetter schlecht, aber dafür ist die geographische Lage zuständig. Auch ein Herr mit Zylinder schreitet durchs Gelände, der “Zoodirektor” wie ihn ein vierjähriger nennt. Er kündigt die Theatervorstellungen an und mahnt manchmal die Kinder, auf die begehrten Tretfahrzeuge aufzupassen. Und man spürt: das ist sein Reich. Dieser Luftikuss gehört diesem Mann.
    Was mich ärgert ist, wie billig der Luftikuss betrieben wird. Wie wenig Geld das ist. Welch eine Unverschämtheit, das zu kürzen! Ich bin für die Verdoppelung des Budgets! Denn alle Forderungen, die man in Gesprächen am Luftikuss hört, vielleicht doch Eintritt zu verlangen oder die Arbeit ehrenamtlich zu erledigen kommen aus der guten Absicht, den Luftikuss weiterzubetreiben. Aber das ist lachhaft! Die Großzügigkeit macht den Luftikuss aus. Daß er einfach dasteht. Warum bezahlt die Stadt nicht für die Kinder, die zum Luftikuss kommen und dort spielen. Und die Friedrichsau in unbeschwerte Stimmung verzaubert?
    Dem Theater würde frischer Wind sicher gut tun. Aber mit doppeltem Budget. Nicht mit Kürzung! Ein Theaterdirektor gehört auch nicht unbedingt auf die Bühne. Theaterdirektoren sind dazu da, daß man über sie Stücke schreibt, so wie Thomas Bernhard das gemacht hat oder sie machen Fernsehwerbung für Kaffee.

  4. Andrea und Manfred Duchrow sagt:

    Es ist sehr traurig, dass wieder einmal bei den Kindern gespart wird.
    Politiker aller Richtungen überschlagen sich in der Betonung, wie wichtig
    Kinder für unsere Gesellschaft sind und dass sie sich dafür einsetzen
    wollen unser Land kinderfreundlicher zu gestalten.
    Was auf diese Lippenbekenntnisse folgt, sind dann solche Beschlüsse wie
    der, der Ulmer Spielschachtel die Gelder zu kürzen.
    Hier wird ein funktionierendes und von vielen Eltern und Kindern freudig
    angenommenes Angebot unnötig platt gemacht. Ich bin sicher, dass viele Ulmer
    einige gute Vorschläge parat hätten, wo Einsparungen weit sinnvoller wären.
    Ulm kann stolz darauf sein Spielschachtel und Luftikuss zu haben!
    Es sollte der Stadt auch was Wert sein dieses wertvolle Angebot in seiner
    bisherigen Form zu erhalten.

  5. Wenn die Stadt Ulm es wirklich nicht glauben will, daß die Spielschachtel und Luftikuss heutztage nötiger sind denn je, dann muß eben demonstriert werden.

  6. Natürlich muß die Ulmer Spielschachtel samt Luftikuss wie gehabt weiterbestehen. Was sollten wir ohne sie! Es ist einfach unvorstellbar! Meine zwei ältesten Kinder haben dort Freude gehabt, Einrad, Jonglieren und vieles mehr lernen dürfen, damit Gleichgewichtssinn spielerisch üben dürfen ua. Somit wurden viele Therapiestunden gespart und das Mathelernen zB ging immer problemlos, was eine direkte Konsequenz Ihrer Teilnahme an dem Angebot der Ulmer Spielschachtel ist- davon bin ich absolut überzeugt!
    Mein jüngster Sohn ist jetzt durch seine Arbeit im Theater total verwandelt. Seine Schulergebnisse, bis jetzt jämmerlich, sind bedeutend besser geworden. Er ist viel stabiler geworden und das habe ich ohne Zweifel dem Feingefühl und der liebevollen Art von Sabine, sowie ihrer pädagogischen und theatralischen Kompetenz zu verdanken.
    Ich möchte später mit meinen Enkelkinder auch zum Luftikuss gehen können!
    Ulm ist doch eine Kulturstadt und kämpft für diesen Ruf auf nationalem und internationalem Niveau. Die Ulmer Spielschachtel macht doch in diesem Bild einen sehr guten Eindruck und gehört schon zum Kulturerbe der Stadt Ulm. Das ist doch genug, um weiterbestehen zu dürfen und um großzügige finanzielle Unterstützungen von der Stadt und vom Kultusministerium zu bekommen, oder???!!!

  7. Wolfgang Schütz sagt:

    Hallo,
    ich habe selbst zwei Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren und wir sind begeisterte Luftikussgänger. Wir bitten euch deshalb, wenn Aktionen anstehen uns per e-mail Bescheid zu geben.

    Viele Grüße

    Wolfgang Schütz

  8. Martin König sagt:

    Hallo!
    Habe ja schön persönlich mitbekommen, dass die Aktion laufen soll. Melde mich weiter – kann momentan selbst nix beitragen, klinke mich aber gerne ein, wenn es was konkretes gibt. Waldorfklassen 8-12 haben schon OB-Brief geschrieben – läßt sich aber wiederholen. Gruß Martin König

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