Wir, von der Initiative, konnten es zu Beginn unserer Aktivitäten nicht recht glauben- aber es bestätigt sich immer mehr: Man darf nicht alles glauben, was in der Zeitung steht!
Gleich zu Anfang wandten sich Eltern an uns, deren Leserbriefe an die Südwestpresse nicht abgedruckt wurden, wenn sie pro Spielschachtel waren. Unsere Pressemitteillungen zum Beispiel, dass die Initiative persönlich und schriftlich den gesamten Stadtrat zum Gespräch in den Luftikuss eingeladen hatte, und dass von 40 Stadträten gerade mal drei kamen und Herr Ivo Gönner nicht einmal abgesagt hat, wurden schlicht unterschlagen. Es gab trotz unseres Angebotes in den drei Wochen vor der Demo keine Interviewanfrage, sondern es wurde entweder extrem sparsam berichtet, oder gar nicht. Viele Eltern haben kein Internet, weshalb etwas mehr objektive Diskussion in der Presse vor allem einen informativen Charakter gehabt hätte. Diese Möglichkeit wurde uns als engagierte Bürger mit einem Anliegen nicht geboten. Das ist jetzt umso mehr der Grund, das Internet als Plattform für die Eltern anzubieten: und wenn man sich die Menge an Kommtaren (über 150) anschaut, dann kann jeder sehen, wie groß der Bedarf an Meinungsäußerung ist!
Nur, weil jeder in der Zeitung ständig und immer wieder lesen kann, dass das Angebot der Ulmer Spielschachtel schlecht sei, dass der Luftikuss nicht gefährdet ist und nie zur Disposition stand, dass Luftikuss und die Ulmer Spielschachtel nichts miteinander zu tun hätten, dass die Spielschachtel mehr als genug Geld bekommt, um ihr Angebote zu erhalten, dass der Spielschachtel nie vorgehalten wurde, Gelder zweckwidrig verwendet zu haben, dass Herr Geigenberger sein Engagement für die Familien Ulms einfach so- ohne driftigen Grund aufgibt……nur weil diese „Fakten“ immer wieder zu lesen sind, sind sie noch lange nicht wahr. Es gab bei der Ulmer Spielschachtel nie eine Interviewanfrage von der Presse zu diesem Thema, um sich da vielleicht auch mal eine zweite Meinung einzuholen.
Wenn es darum geht, wie man ein Kindertheater führt und finanziert, dann glaube ich Laie erst einmal demjenigen, der es seit über 20 Jahren äußerst erfolgreich tut. Die Entscheidung, ob ein Theater gefällt, oder nicht, sollte dem Besucher überlassen werden- wobei die Besucherzahl immer noch den objektivsten Wert darstellt.
Die Spielschachtel bekommt ihre finanzielle Förderung insgesamt- es gibt im Budgetvertrag keine Festlegung, wie viel Geld für was verwendet wird. Da wird aber in die Zeitung geschrieben, dass für Luftikuss lediglich 15.000 Euro gebraucht würde, weil es vor 9 Jahren mal eine Erhöhung der Mittel gab, die man zusätzlich für Luftikuss gegeben hat. Zu diesem Zeitpunkt gab es den Luftikuss aber auch schon 10 Jahre lang…da wird dem Leser suggeriert, diese 15.000 Euro wären der Betrag, den man für eine 9-wöchige Veranstaltung, wie den Luftikuss braucht! Aber das ist selbstverständlich nicht richtig. Die genauen Zahlen liegem dem Stadtrat vor.
Wie viel Mittel plant denn jetzt die Stadt zur Verfügung zu stellen, wenn Sie die “Luftikuss-Veranstaltung” ausschreiben will, um so ein Equipment, wie die Spielschachtel es ja schon besitzt, neu zu kaufen und für die Kinder hinzustellen, zu warten und zu bedienen? Wie viele ehrenamtliche Eltern können sich denn 9 Wochen lang engagieren?
Wir glauben, von dem Geld, die Stadt jetzt lieber irgendeinem neuen Veranstalter als dem bisherigen geben will, der dann die Idee „Luftikuss“ frei Haus von der Spielschachtel irgendwie übernehmen wird, könnte man locker und bequem die Spielschachtel mit dem original Luftikuss über Jahre hinaus retten. Glaubt denn irgendjemand, ein anderer Veranstalter könne es besser, günstiger, erfolgreicher?
Wenn Frau Mayer-Dölle in der Zeitung zitiert wird, dass lediglich „die Personalie Geigenberger den Freizeitspaß in der Au mit der Ulmer Spielschachtel verbinde“, stellt das ihre Meinung dar, aber noch lange nicht den vollständig richtigen Sachverhalt: Das ganze Team der Ulmer Spielschachtel veranstaltet den Luftikuss. Von Januar an wird er vorbereitet, noch während das Winterprogramm läuft. Der Luftikuss wird vom ganzen Team der Spielschachtel auf die Beine gestellt- nicht nur von einer Person. Wie kann ein vernünftig denkender Mensch da noch die Spielschachtel vom Luftikuss trennen? Warum fragt niemand beim Team nach, wie es sich verhält?
Wenn ich einen Brief von der Stadt an die Ulmer Spielschachtel ( und in Kopie an diverse Kulturvereine verteilt) im Original zu lesen bekomme, in dem der Vorwurf der zweckwidrigen Verwendung der Fördergelder steht, und mir darüber hinaus auch ein entsprechender Artikel in der Südwestpresse vorliegt, dann weiß ich, was ich davon zu halten habe, wenn diese schreibt, es hätte nie diesen Vorwurf gegen die Spielschachtel gegeben.
Wenn ich im Kommentar zur Demo lesen kann: „was denn nun? Luftikuss oder Spielschachtel?“, dann weiß ich, dass man sich hier nicht umfassend informiert hat: Von Beginn der Initiative an, haben wir Eltern den Erhalt der ganzen Ulmer Spielschachtel von der Stadt gewünscht und unsere Wertschätzung nicht nur dem Sommerprogramm mit Luftikuss ausgesprochen, sondern auch dem Winterprogramm im “Alten Theater”. Diese Ansicht wird übrigens auch von Mitgliedern der CDU vertreten.
Wenn die Autoren bei ihrer Recherche nicht einmal den Titel einer Bürgerinitiative auf deren Homepage in Gänze lesen können, geschweige denn, es fertig bringen, einfach mal bei den Initiatoren selbst nachzufragen, was gemeint ist, dann kann ich hier nur meinerseits von Polemik sprechen.
Uns als Elterninitiative kommt es so vor, als finde ihr ein Scheidungskampf zwischen der Spielschachtel und bestimmten Stadtpolitikern statt, wobei die Kommunalpolitiker die Presse auf ihrer Seite haben und diesen Vorteil auch reichlich ausnutzen – ein persönliche Fehde, die alles andere, als sachlich abläuft….und die Leidtragenden sind mal wieder die Kinder!!
Die Initiative kommt dabei zwischen die Mühlen, wird nicht ernst genommen.
Wir hätten uns gewünscht, in Dialog zu kommen, um neue Möglichkeiten für den Erhalt der Ulmer Spielschachtel auszuloten. Aber an dem Erhalt ist bestimmten Personen und ihrem Presseorgan nicht gelegen. Da bestätigt sich wieder, dass Kinder keine Lobby haben und deren Vertreter gleich mit!
Als mir klar wurde, die Eltern hätten bei dieser Kommunalentscheidung auch gern ein Wörtchen mitgeredet, und der Spielschachtel mitteilte, ich hätte eine Elterninitiative gegründet, erkundigte ich mich der Vollständigkeit halber nach dem Namen des Leiters. Herr Geigenberger war äußerst skeptisch und fragte: „wollen Sie sich das wirklich antun? Sie stechen in ein Wespennest…“. Als wir ihm dann berichteten, dass wir den Stadtrat und die Bürgermeister komplett zu einem Gespräch eingeladen haben, winke er nur ab: “glauben Sie wirklich, die kommen?“. Als ich Frau Potell verwundert fragte, warum wohl meine Pressemitteilungen derart verkürzt in der Zeitung auftauchten, war sie es, die verwundert war: „ was haben Sie erwartet? Über die Initiative wird erst wieder kurz vor der Demo berichtet- und zwar negativ, so dass es die Eltern verwirrt und sie dann nicht mehr zur Demo kommen werden.“
Die Leitung der Ulmer Spielschachtel hat wohl langjährige Erfahrung…
Leserbrief an die Südwestpresse (25.06.´08):
Luftikuss als Solonummer?
Ich bin der Meinung, dass Luftikuss nicht von der Spielschachtel abkoppelbar ist! Warum? Ist es möglich, dass eine Firma nur 9 Wochen im Jahr Geld einnimmt und dann den Rest vom Jahr davon lebt? NEIN!!!
Zitat Frau Mayer-Dölle: „ Das einzige, was die Spielschachtel mit dem Luftikuss verbindet, ist Herr Geigenberger.“ Schlichtweg eine falsche Behauptung. In der Spielschachtel und Luftikuss tritt das gleiche Ensemble auf. Diese aufeinander eingespielte Mannschaft probt bereits während dem Winterprogramm für Luftikuss. Ebenso wird dasselbe technische Equipment und dieselben Kostüme an beiden Locations benötigt und verwendet. Das Werkstattteam der Spielschachtel ist auch in der Winterzeit mit Instandsetzungen und Neubauten für Luftikuss beschäftigt. Diese hochmotivierten Leute sollen jetzt auf die Straße gesetzt werden?
Juryurteil hin oder her. Spielschachtel und Luftikuss sind EINE Einheit und können auch nur so weiter bestehen!
Andreas Hartwig, Senden
Diesen Brief wurde als Leserbrief am 24.6.08 an die Südwest Presse geschickt:
Hetzjagd mit Halali?
Herr Kanold verwendet in seinem Kommentar “Luftikuss oder was?” den Ausdruck “der waidwunde Geigenberger…”!
“waidwund” ist ein Begriff aus der Jägersprache und bedeutet: “durch den Bauch geschossen”. Ein waidwund geschossenes Tier konnte sich dem finalen Todesschuss dank irgendwelcher Umstände entziehen, verendet dann aber in den meisten Fällen qualvoll. Der Schuss auf das Tier wurde natürlich absichtlich zum Zwecke der Tötung abgegeben. Auf der Suche nach dem oder den Jäger(n) kann man fragen: Wem nützt dieser Tod? Oder man schaut danach, wer das Fell des Bären zu verteilen beginnt!
Herr Kanold beweist mit seiner unglaublich geschmacklosen verbalen Entgleisung, auf welchem Niveau und mit welchen Mitteln gegen das erfolgreichste Kinder- und Familientheater in Süddeutschland, die Spielschachtel und ihren Leiter vorgegangen wird.
Christoph Geigenberger
Diesen Brief schickt die Initiative als Leserbrief an die Südwestpresse:
Leserbrief zu „Alles Luftikuss oder was?“ von Jürgen Kanold
Wir, die Bürgerinitiative „Eltern für Luftikuss“, hat sich von Beginn an für den Erhalt der gesamten Ulmer Spielschachtel ausgesprochen, was jeder auf unserer Homepage nachlesen konnte. Sogar Herr Kanold hätte das gekonnt.
Wir schätzen das Winterangebot im „Alten Theater“ ebenso, wie Luftikuss als den Sommertheaterspielort der Ulmer Spielschachtel mitsamt dem Spielangebot. Würde hier eine objektive Berichterstattung stattfinden, hätte ein interessierter Journalist bestimmt auch gerne ein Interview mit uns oder der Ulmer Spielschachtel geführt, was aber weder vor, während, noch nach der Demo trotz unseres Angebotes gefragt war.
Nur, weil in Ihrer Zeitung fortwährend die gleichen Privatmeinungen wiederholt und zu „Fakten“ erhoben werden, heißt das noch lange nicht, dass deren Inhalte sachlich richtig sind- zumal Sie hier ständig beweisen, dass Sie von Recherche nicht viel halten.
Ich als engagierte Bürgerin Ulms, bin entsetzt darüber, wie einseitig Sie berichten. Wie Sie eine Bürgerinitiative, die sich selbstlos für die Bedürfnisse von Kindern einsetzt, tausende von Unterschriften gesammelt, ebenso viele Protestpostkarten an den Oberbürgermeister geschickt, eine Internetseite mit über 12.000 Besuchern unterhält und ein sehr erfolgreiche Demonstration veranstaltet hat, erst ignorieren und dann lächerlich machen.
Um sich eine richtige Meinung bilden zu können, empfehle ich allen Lesern, sich im Internet auf unserer Homepage: http://www.elternfuerluftikuss.wordpress.com zu informieren. Dieser Leserbrief wird auch im Internet veröffentlicht.
Es grüßt
Frauke Meyer
Mein Leserbrief an die Südwest Presse zum Kommentar “Alles Luftikuss oder was?”
Sehr geehrter Herr Kanold,
hätten Sie doch nur etwas besser recherchiert oder mal vor oder auch nach der Demonstration ein Interview mit den Initiatoren der Elterninitiative zum Erhalt der Ulmer Spielschachtel geführt. Nur ein Blick auf die Homepage (www.elternfuerluftikuss.wordpress.com) hätte auch schon genügt um herauszufinden das es dieser Initiative um den Erhalt der gesamten Ulmer Spielschachtel geht und von Anfang an ging. Die Ulmer Spielschachtel und Luftikuss sind eine Einheit. Theater und Spielepark gehören zusammen. Wir, das Team der Ulmer Spielschachtel (http://www.spielschachtel.wordpress.com/das team-der-ulmer-spielschachtel/), sind das Herz und die Seele, die beides verbindet. Herr Geigenberger ist ein Teil dieses Teams, aber viele andere Menschen arbeiten auch daran, dass die Spielschachtel so erfolgreich ist. In den letzten 9 Wochen haben wir über 100 Vorstellungen für tausende von Menschen gespielt, die danach oder auch davor das Angebot im Spielepark genutzt haben. Ich möchte aber hier nochmals betonen das Luftikuss in erster Linie eine Theaterveranstaltung ist. Glaubt wirklich irgend jemand daran, dass ein anderer Anbieter mit einem Buget von 20.000 Euro etwas vergleichbares wie den “Luftikuss” in die Friedrichsau zaubern kann? Wieviel Geld will die Stadt wirklich investieren um den Luftikuss zu kopieren? Hier ist ein Team das seit vielen Jahren erfolgreich zusammen arbeitet und gerne weitermachen würde.
Sie werfen Herrn Geigenberger in Ihrem Kommentar “böse Polemik” vor. Gerne können Sie das Schreiben von der Stadt Ulm an die Ulmer Spielschachtel einsehen, in dem sie uns vorwirft Fördergelder zweckwidrig verwendet zu haben. Es wurden keine Zuschüsse zum Bau der neuen Räume des Marionettentheaters verwendet. Aber nur ein Blick in Ihr Zeitungsarchiv genügt um diesen Vorwurf zu bestätigen.
Übrigens der Kollege von der NUZ will “etwa 400 Eltern, Kinder, Angehörige und Freunde der Ulmer Spielschachtel” auf der Demonstration gesehen haben. Lesen Sie mal diesen Artikel, hier können Sie noch was über objektive Berichterstattung lernen.
Anja Hauke
Ich bin echt mal gespannt, ob die swp meinen Leserbrief abdruckt und ob er dann so gekürzt ist, dass man ihn ganz anders versteht.